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"Swing Tanz Hot Club" DJ-Abende in der Centralstation stehen jeweils unter einem Motto!

 

Bisher waren es die folgenden:

 

06. September 2008 Swing - Slang

 

Musiker, Tänzer und Liebhaber des Swings haben einen typischen Slang entwickelt. Schon der Begriff „Jass“ (doppeldeutig, daher später nur noch „Jazz“ geschrieben) aus den Anfängen ist ein Beispiel dafür. Später wurde daraus eine Art Codesprache, die vor allem Jugendliche gerne benutzten um Anzüglichkeiten oder auch sexuelle Absichten vor den unkundigen Erwachsenen zu verbergen. So konnte man etwas sagen ohne „etwas gesagt“ zu haben. Wenn sich dann der „Hepcat“ oder „Jitterbug“ mit einer „Rug Cutter“ nach einem „Apple“ zum „good rockin’“ verkrümelte, verstanden das nur die Insider. Für diesen Swingtanzabend werden wir einen Schwerpunkt der Musikauswahl auf die Stücke legen, deren Texte so mit Worten spielen.

Verzeichnisse der Vokabeln finden sich z.B. auf diversen Webseiten. Auf http://www.HarlemClub.de/Lesestoff.pdf wird unter dem Punkt „Swing – Slang“ stets aktualisiert und verwiesen ...

Ein englisch <-> deutsches Wörterbuch der Swingausdrücke ist in Arbeit und wird von mir elektronisch (als PDF) veröffentlicht werden. Übrigens gibt es auch deutschen Swing - Slang wie z.B. „Hotler“, ein Ausdruck für einen Freund des Hot“ = Swing und gerne in der Kombination Heil Hotler!“ eingesetzt, worauf im 3. Reich Erziehungslager stand!

 


 

29. September 2007 Der Swing der Frauen

 

Swing ist die erste Musik und zugleich der erste Tanz in der westlichen Kulturgeschichte mit Frauen als maßgeblichen Protagonisten. Zunächst -wie bis dahin üblich- bleibt die weibliche Rolle auf die geführte Tanzpartnerin und die Sängerin vergleichbar mit der Bedeutung eines Soloinstumentspielers beschränkt. Aber schon der schwarze Hollywoodtänzer George „ShortySnowden in den Zwanzigern durchbricht die Regel: er trennt sich beim Tanz von seiner (ihn überragenden) Partnerin zur parallelen Soloimprovisation und gibt damit Anlass zu einem der vielen Namen der Swingtänze, nämlich Breakaway. Frauen als Solisten und auch eigene Frauenbands (man denke nur an den Monroe-Film Some like it hot!) treten in Erscheinung und die große Ella Fitzgerald übernimmt nach dessen frühem Tod die Leitung von Chick Webb's Big Band. Aber der eigentliche Höhepunkt ist die Person von Josefine Baker. Symbolfigur eines überaus weiblichen Charleston - Solotanzes und auch Gesanges ist Sie vor allem eins: Der erste farbige Welt-Superstar! Und das als Frau und Sexsymbol - Fanal einer neuen Zeit und deshalb natürlich ebenso Anknüpfungspunkt für Begeisterung wie ätzende Herablassung und Verachtung. Und doch - Sie hat zuletzt als Schlüsselfigur der Résistance in Nordafrika eindeutig über ihre Anfeinder gesiegt!

In meinem Online - PDF Dokument http://www.HarlemClub.de/Lesestoff.pdf finden sich im Abschnitt Frauen des SwingLiteraturhinweise zum Thema. Wäre doch mal was für ein Diplom- oder Magisterarbeit, die ich gerne unterstütze.


 

13. Januar 2007 Erkennungsmelodien - die akustischen Visitenkarten der Big Bands

 

Dieser Abend ist den Ohrwürmern der Swingära Nordamerikas der 20er bis 40er Jahre gewidmet. Eine Erkennungsmelodie wurde von den Bands zu Beginn einer Live - Übertragung aus einem Ballsaal gespielt. Meist wurde eine Begrüßung und Ansage in die Musik gesprochen. Der Sinn der Sache war ganz einfach: So konnten die Zuhörer die Live - Übertragung erkennen. Denn die waren nicht nur für die Bands finanziell viel lukrativer als DJ - Sendungen. Auch das Publikum zog die Atmosphäre der Direktübertragung vor. Damit Live - Sendungen nicht imitiert werden konnten, wurden viele der Erkennungsmelodien erst sehr spät oder gar nicht im Studio aufgezeichnet.
Damals spielte der Gesang mit dem hohen Wiedererkennungswert der menschlichen Stimme in der Musik noch eine untergeordnete Rolle. Man musste sich also durch eine typische Spielweise und vorzugsweise auch eine eigene Melodie eine musikalische Visitenkarte verschaffen.

In meinem Online - PDF Dokument http://www.HarlemClub.de/Lesestoff.pdf finden sich im Abschnitt SwingmusikLiteraturhinweise zum Thema. Wäre doch mal was für ein Diplom- oder Magisterarbeit, die ich gerne unterstütze. 


 

11. März 2006 „Gewagtes Spiel“ - eine Hommage an den gesellschaftlichen Pluralismus

Dieser Abend ist den Hot Clubs Deutschlands der 20er bis 40er Jahre gewidmet - eine Zeit zunächst der Kulturanfeindungen und zuletzt der Kulturverbote und Verfolgungen: Wer unbotsmässige Musik spielte, hörte, sich für sie aussprach oder gar nach ihr tanzte und sich zu ihr bekannte, riskierte ein Menge - und zunehmend mehr. Wir spielen die Stücke, die DAMALS nach angeblich erwiesenen Erkenntnissen der Wissenschaften Untergang und Verderben über die Menschheit brachten! Natürlich diktierte Dummheit, Mißgunst, Hass und Neid diese Sprache. So etwas gibt es heute natürlich nicht mehr - oder? Vergleichen Sie am besten selbst!

30. April 2005 Swing Tanz Hot Club: Neues in Sachen Swing

Seit Robbie Williams Riesenerfolg mit „Swing when you’re winning“ ist Swing-Musik in aller Munde. Titel wie „Straighten up and fly right“ oder „Ain’t that a kick in the head“ hat der britische Pop-Barde wieder salonfähig gemacht – und das generationsübergreifend. Ein Swing-Revival gibt es hierzulande jedoch schon länger und nicht erst seit den Chart-Erfolgen von Williams. Swing-Musik der 30er und 40er Jahre steht hoch im Kurs vor allem in Hamburg und Berlin, wo es seit einigen Jahren bereits eine eigene Swing-Szene gibt, die der Lust am schwülen Schwof fröhnt. Und auch in Darmstadt tut sich was in Sachen Swing DJ Ralf Arno Wess lädt zum „Swing Tanz Hot Club“ ein, einer neuen Reihe in der Centralstation, die an die Erfolge der „Let‘s Swing“-Abende mit Swinging Swanee und Günter Discher anknüpfen will. Ralf Arno Wess ist seit über zehn Jahren als Swing- und Boogie Woogie-Tanz-Botschafter im Rhein-Main-Gebiet aktiv. Der Swing Tanz Hot Club in der Centralstation steht immer unter einem neues Motto, dieses Mal wird passend zum Datum nicht in den Mai, sondern in den Swing getanzt. Der Begriff Hot Club stammt aus der Tradition des Hot Club de France und geht auf Louis Armstrongs Formation „Hot Five“ zurück - als Synonym für „originalen“ Jazz, als Begleitung zu Tanz und Spaß. Dem gegenüber steht die westdeutsche Hot Club-Bewegung der Nachkriegszeit mit regionalem Schwerpunkt im Ruhr- und Rhein-Maingebiet und ihrer nüchternen Information fast wissenschaftlicher Art. Hier ist nun die Synthese: Tanzspaß zu origineller und originaler Musik, gewürzt mit wenigen Sekunden Information dazu.

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